24. Mai 2017 3 24 /05 /Mai /2017 21:21

Montag, 22.05.2017

Der heutige Tag bestand mehrheitlich aus „unterwegs sein“. Zuerst konnten wir es aber gemütlich Tag werden lassen und den Flugzeugen zuschauen, die lautlos vor unserem gut isolierten Zimmerfenster hin- und herzirkulierten. Gegen zehn Uhr verliessen wir das Renaissance-Hotel (ein Geheimtipp für Flugzeugfreaks?) und fuhren mit dem gratis Linienbus die paar Meter zurück zum Flughafen, wo wir uns im Terminal 3 der British Airways einfanden. Eingecheckt waren wir schon, wir mussten nur noch das Gepäck abgeben, was nach einigem Schlange stehen auch erfolgte. Nach der Sicherheitskontrolle gönnten wir uns noch ein feines Frühstück, bevor wir den Airbus BA490 nach Gibraltar bestiegen. Wie schon erwähnt, kann Gibraltar per Flieger praktisch nur von England aus erreicht werden. Während der Flug an sich recht unspektakulär verlief, war der Anflug auf Gibraltar schon recht sehenswert. Zuerst fehlte mal der Campari Soda, sonst hätte der Pilot ein paar Minuten vor der Landung vielleicht sogar gesagt «On your left you can see Malaga through the dust» , denn genau so wars! Die Piste des Flughafens Gibraltar verläuft nahe der Grenze zu Spanien entlang von West nach Ost und schneidet den Rest der Halbinsel praktisch vom Festland ab. Dies hat zur Folge, dass die einzige Zufahrtsstrasse von Spanien nach Gibraltar mitten über diese Piste geführt werden muss, was die zweite und exklusive Spezialität des Flughafens Gibraltar darstellt. Ich hatte mich vorgängig etwas informiert und festgestellt, dass in der letzten Woche die meisten der Anflüge von BA490 von Osten her erfolgten, dementsprechend hatte ich Tinu angewiesen, für uns zwei Fensterplätze auf der linken Seite zu buchen, damit wir beim Anflug Blick auf den berühmten Fels von Gibraltar hätten. Als es dann soweit war, machte der Flieger aber eine Riesenschlaufe unten um Gibraltar herum und landete von Westen her, Pech gehabt. Obwohl wir eigentlich mit einem britischen „Inlandflug“ angekommen waren, gabs eine vollständige Passkontrolle, bevor wir gibraltesischen Boden betreten durften, die nächste kam bereits ausserhalb des Flughafengebäudes, wo wir gleich wieder die Grenze zu Spanien passierten, weil unser Hotel auf der spanischen Seite liegt, allerdings nur paar Hundert Meter neben der Grenzstation. Wir bezogen im Hotel Campo de Gibraltar ein Zimmer im zweiten Stock mit knappem Felsblick, hinter einem Nachbargebäude sieht man doch noch einiges vom Gipfel. Wir deponierten nur kurz das Gepäck und machten uns gleich wieder auf zurück nach Gibraltar, wieder durch zwei Passkontrollen. An der Piste war dann erst mal Schluss, die Barrieren senkten sich kurz bevor wir sie erreichten, dann wartete man noch bis auch der letzte Fussgänger die etwa zweihundert Meter marschiert war, ehe eine Putzmaschine auch noch den letzten Dreck aufräumte. Kurze Zeit später schwebte ein Airbus der Monarch Air von Bristol ein, nun hatten wir also die Prozedur an der Zugangsstrasse auch schon mal erlebt. Wir hatten noch nicht die ganze Piste überquert, als wir schon via verborgenen Lautsprecher aufgefordert wurden, uns zu beeilen. Die Barrieren wurden erneut geschlossen, diesmal dauerte es etwas länger, bis auch noch eine zweite Monarch-Maschine gelandet war. Sowas ist einmalig. Kaum hat der Flieger die Piste verlassen, gehen die Schlagbäume hoch und der Feierabendverkehr kann weiterrollen. Wir nahmen unterdessen einen ersten Augenschein in der Fussgängerzone der Innenstadt, bevor wir uns im Restaurant Gauchos ein gutes Stück Fleisch gönnten. Auf dem Heimweg gabs auf der Piste noch paar Nachtfötteli vom Felsen, im Hotelzimmer noch den üblichen Bürodienst, bevor wir in die Federn sanken.

Tinus Ankunft auf Gibraltar

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Woody
Kommentiere diesen Post

Kommentare