27. Mai 2017 6 27 /05 /Mai /2017 22:10

Samstag, 27.05.2017 – Teil 1

Diese Auffahrtsreise entwickelt sich langsam zum Alptraumtrip zweier seniler alter schusseliger Säcke. Hatte ich gestern von Tinus Missgeschick mit seiner Kamera erzählt, so traf es mich selber heute noch etwas gravierender. Unser heutiges Tagesprogramm war schon von Natur aus sehr anspruchsvoll um nicht zu sagen ambitiös, mit vielen Stolpersteinen gespickt die uns hätten zum Verhängnis werden können in dem Sinn, dass wir heute Abend unser Ziel Bordeaux nicht mehr erreichen würden. Mein ganz persönliches Verhängnis traf mich dann aber von ganz anderer Seite. Doch der Reihe nach.... Ein letztes Mal konnten wir auf unserem Reisli „ausschlafen“, der Wecker klingelte zwar schon um 07.30, allerdings hatten wir keine Eile und genossen noch ein wenig den Sonnenaufgang und die Meersicht von unserem exklusiven „Hochsitz“, packten fertig und begaben uns dann zum Zmorgebuffet, ebenfalls in einem Saal mit toller Aussicht auf die Bucht von San Sebastian. Vorher hatten wir noch ein Taxi auf zehn Uhr geordert, denn die Standseilbahn nahm auch erst auf diesen Zeitpunkt den Betrieb auf, zu spät für uns, um anschliessend noch mit dem Bus rechtzeitig zum Bahnhof zu gelangen, Stolperstein Nr. 1 elegant umgangen, doch der Stolperstein Nr. 2 folgte gleich. Der Nachtzug aus Lissabon war nämlich die zeitlich einzige Gelegenheit für uns, um über die Grenze in den französischen Grenzbahnhof Hendaye zu gelangen, doch bei Nachtzügen ist das Verspätungsrisiko, insbesondere kurz vor dem Zielbahnhof, doch recht gross. Aber der TrenHotel kam äusserst pünktlich und brachte uns rechtzeitig nach Hendaye. Stolperstein Nr. 2 erwies sich glücklicherweise als nicht vorhanden. Im kurzen Talgo-Schlafwagenzug hatte es einen Wagen mit Sitzplätzen, in dessen Fauteuils wir die kurze halbstündige Fahrt über die Grenze genossen. Auf meinem Handy hatte ich mir noch kurz den Streckenverlauf der fast parallel führenden Schmalspurlinie von Euskotren angeschaut, das Gerät dann zum Fotoapparat ins Gepäcknetz vor mir geschoben. Dann gings recht schnell, viel zu sehen entlang der beiden Grenzbahnhöfe, ich holte den Fotoapparat aus dem Netz und behielt ihn in der Hand, bis wir ausstiegen, das Handy blieb im Gepäcknetz zurück. Der Talgo wurde recht rasch von seiner Lok umfahren, wir begaben uns inzwischen kurz zum Nebenbahnhof, der Endhaltestelle von Euskotren, dann wieder zurück aufs Haupt-Perron, wo bereits der leere Talgo zurück Richtung Spanien ausfuhr, und stiegen dann gemütlich in unseren TER-Regionalzug, der uns zu unserem nächsten Ziel St-Jean-de-Luz bringen sollte. Dieser Anschluss hätte also geklappt, gehört zu Stolperstein Nr. 2. Wenige Sekunden vor der Abfahrt bemerkte ich plötzlich den Verlust meines Mobiltelefons, musste kurz retour überlegen, um zu merken, was eigentlich passiert war. Mein Handy war im leeren Zug schon wieder auf dem Weg nach Spanien zurück, während ich in Frankreich im Zug nach der Gegenrichtung sass, der jeden Moment losfahren sollte. Ich war ziemlich perplex und unter Druck und musste mich sofort entscheiden, wie ich nun vorgehen wollte. Aussteigen und die Reise abbrechen oder im Zug sitzen bleiben und weiter fahren. Wie ich mich entschieden habe, das erfährt Ihr demnächst in Teil 2 dieses Tagesberichtes....

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Published by Woody
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