Dienstag, 11.05.10 23.15
Gestern ging es also nach der angekündigten Wartezeit in Genf doch noch ohne weitere Verzögerung in die Luft. Wir genossen den kurzen Flug beim offerierten kleinen Snack und nach etwas mehr als einer Stunde landeten wir bereits in Barcelona. Unser Airbus parkierte beim neueren Teil des Airports, grosse und spiegelnd saubere Hallen empfingen uns. Ohne Passkontrolle (Schengen sei Dank, wir mussten auf der ganzen Reise nirgends unsere Ausweise vorweisen) verliessen wir nach dem Abholen des Gepäcks den Terminal und suchten den S-Bahnhof. Finden taten wir dann allerdings nur einen Bus, der uns auf eine grosse Flughafenumrundung mitnahm und uns dann beim älteren Terminal absetzte. Dort gings noch einige Treppen und Passerellen hoch und runter, bis wir vor den Zugangsschranken zu den S-Bahn-Perrons standen. Da diese Linie von der RENFE betrieben wird, sollten unsere Freikarten gültig sein, doch liessen sie sich natürlich nicht in die Billettschlitze an den Schranken stecken. Der Kollege am Schalter schaffte Abhilfe und stellte uns ein Proforma-Gratisbillett nach Tarragona aus, welches uns die Schranken öffnete. Wir fuhren direkt bis zum Hauptbahnhof Sants, über welchem sich unser Hotel befindet. Unglaublich, wie hermetisch abgeriegelt hier alle Zugänge zu den Perrons sind, auch rauslassen wollten uns die automatischen Schranken mit unseren Tarragona-Billetts nicht, bis wir eine kleine Lücke im System fanden. Zwei Etagen höher checkten wir im Hotel Barceló Sants ein, warfen unser Gepäck ins Zimmer und znachteten noch etwas Kleines im McDonalds in der Bahnhofhalle. Zu mehr waren wir nicht mehr fähig.
Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht standen wir heute kurz nach Sieben auf, nach den letzten Frühdiensttagen
mit vollem Programm war dies für mich schon fast ausschlafen! Der Weg zur benachbarten Plaça de Espanya war etwas verstellt, die Zeit knapp, so dass wir uns von einem der zahlreichen vor dem
Bahnhof wartenden Taxis dorthin fahren liessen. Wir holten uns die Spezialtickets nach Monserrat am Automaten mit persönlicher Unterstützung und setzten uns in den Schmalspurzug der FGC
(Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya). Wir hatten Glück, unsere Gegenüber verschönerten uns den Tagesbeginn und die ganze Reise bis Monistrol de Montserrat! Dort stiegen wir in einen
Triebwagen der Cremallera de Montserrat um, die Bahn gehört auch zur FGC, sie wurde vor ein paar Jahren neu aufgebaut, es fahren dort nun Triebwagen aus schweizer Produktion, Zahnrad-GTWs von
Stadler. Dies war einer der Gründe für diesen Ausflug, der andere war die grandiose und spektakuläre Landschaft in Form von bizarren Felsformationen, die uns dort erwarteten. In diese Berge
hinein wurde das Kloster Montserrat gebaut, heute eine Schule mit Kathedrale und natürlich weiterer Infrastruktur für Touristen und Pilger. Mit zwei Standseilbahnen erreicht man weitere
Aussichtspunkte und Wanderwege, ausserdem kann man sich alternativ zur Zahnradbahn auch mit einer antiquierten Luftseilbahn vom Tal hochbefördern lassen. All diese Verkehrsmittel können mit dem
Spezialticket benützt werden. Da auch das Wetter mitspielte, boten sich uns vom höchsten Aussichtspunkt weite Ausblicke über die Landschaft bis hinunter nach Barcelona. Selbstverständlich
besuchten wir noch die Kathedrale mit prunkvoller Einrichtung. Auf dem Rückweg übersprangen wir in Monistrol Vila noch einen Zug, um einen Blick ins Museo de la Cremallera zu werfen und ein paar
weitere Bilder zu versuchen, denn auch diese Bahn ist leider an vielen guten Fotostellen mit Gittern und Zäunen verstellt. Zurück am Umsteigebahnhof zur S-Bahnlinie hatten wir dann etwas Mühe,
gewisse strategische Entscheide für unsere Rückfahrt rechtzeitig zu treffen, so dass uns gleich beide Züge in den zwei zur Auswahl stehenden Richtungen vor der Nase davonfuhren. Zum Glück mussten
wir nur 40 Minuten auf den nächsten Zug warten, mit ein Mal umsteigen erreichten wir doch noch Barcelona. Es ging gleich weiter, ich wollte Tinu noch die Tramvia Blau zeigen, ein historisches
Tram, mit dem ich bei meinem letzten Barcelona-Aufenthalt vor Jahren noch gefahren war. Mittlerweile fährt es aber leider nur noch an Wochenenden, so dass wir unverrichteter Dinge umkehren
mussten. Per Bus gings hinunter an den Hafen, wo wir uns ein feines Fisch-Znacht gönnten. Als krönender Abschluss sollte uns die Hafen-Luftseilbahn (ja, das gibts hier!) zurück Richtung Zentrum
befördern, doch als wir bei der Talstation, die sich auf einem etwa 50 m hohen Stahlgerüstturm befindet, ankamen, wurde der Betrieb für heute gerade eingestellt. Die wissen nicht, was ihnen für
Einnahmen entgehen, denn der Blick von dort oben über die Stadt in der Abenddämmerung muss einmalig sein! So liessen wir uns halt wieder mit einem Taxi zurück nach Sants fahren. Morgen brauchen
wir kein Taxi, da können wir gleich im Keller des Hotels in den Zug steigen.
